Wanderung

Clemens Bleyl

Wanderung

  • Strecke
  • Tipps
  • Wer bin ich?
  • Bücher
  • Vorträge
  • Seminare
  • Frag mich

Job

Clemens Bleyl

Job

  • Warum?
  • Eine Erfahrung
  • Blog-Archiv
  • Zusammenfassung
  • Übungen
  • Faq
  • Wer bin ich?
  • Bücher
  • Vorträge
  • Seminare
  • Frag mich

Politik

Clemens Bleyl

Politik

  • Warum dieses Buch?
  • Inhaltsverzeichnis
  • Politik-Blogg
  • Wer bin ich?
  • Bücher
  • Vorträge
  • Seminare
  • Frag mich
Falscher Beruf? Falsche Firma? Falscher Chef?

Glück-Zufriedenheit einschätzen

 

 

Was stört Dich?

Löst der Wechsel der Firma, des Chefs und des beruflichen Umfeldes  das Problem, unglücklich im Job zu sein? Nicht unbedingt, denn mancher ist nach relativ kurzer Zeit im neuen Umfeld  genauso frustriert wie zuvor. Wie in einer Ehe gibt es immer zwei, die für das Gelingen der Beziehung die Verantwortung tragen. Ich selber als wesentlicher Teil  kann der Störfaktor sein, mehr oder weniger. Es lohnt sich daher anzuschauen, welchen Anteil ich selber am Unglücklichsein habe.  Bin ich der/die Kollegin, die ich gerne hätte? Was erwarte ich von meinen Mitstreitern, meinem Chef und der Firma? Es macht Sinn, das alles aufzuschreiben, da kommt sicher eine ziemliche Liste für diese drei zusammen. Nach einer Pause schau einmal Punkt für Punkt, ob Du selbst die Anforderungen, die Du an andere stellst, erfüllst. Nein - dann hast Du gerade eine Liste von Dingen aufgestellt, an denen Du persönlich arbeiten kannst. Ich habe in Seminaren immer wieder gelernt, dass mich an anderen hauptsächlich das stört, was ich an mir selbst auch nicht mochte. Da musste ich dann tapfer sein, denn ich war selbst das Problem. Der Vorteil war, ich hatte es selbst in der Hand, das zu verbessern und war nicht auf andere angewiesen.

Das Unglücklichsein im Job kann auch daran liegen, dass ich einer Ausprägung verfallen bin, die in der heutigen Ich-Darstellung zum Kulturgut geworden ist. Viele stellen sich in den sozialen Netzwerken perfekt da: tolles Aussehen, schicke Klamotten, der super Urlaub und das Selfie vom „schönsten“ Ort der Welt. Ich war da (Du etwa nicht?). Und so erwarte ich das auch vom Job und den Kollegen, die haben auch perfekt zu sein. Diese Erwartung  ist eine böse Falle, NOBODY IS PERFECT.  Hören wir auf, uns bei der kleinsten Kleinigkeit aufzuregen (tut uns nicht gut). Drehen wir die Erwartung wieder auf normal. Seien wir nachsichtig mit anderen (und uns selbst), sie sind wie Du und ich auch nur Menschen.

 

Jede Erwartung ist eine Falle

 Glück, was ist das? Ich denke, das ist für jeden etwas anderes. Es haben sich schon seit Jahrhunderten Menschen darüber Gedanken gemacht, was das denn nun genau ist. Ich meine damit aber nicht den Zufall/Schicksal wie einen Lottogewinn, sondern das innere Gefühl des Menschen. Und anders als wir es gewohnt sind, kann man es nicht so genau messen. Wissenschaftler unserer Zeit bemühen sich darum, aber was subjektiv ist, bleibt es auch. Was den einen glücklich macht, erzeugt beim nächsten nicht mal ein müdes Lächeln. Ein Grund dafür ist die Ausgangsposition. Verdient eine Person € 25.000 im Jahr und sie bekommt 5.000 mehr, dann ist die Freude über einen längeren  Zeitraum gross. Lag der Verdienst schon bei  70.000 ist es ein kurzes angenehmes Gefühl, was drei Wochen später wieder verschwunden ist.  Die zweite Komponente ist die Erwartung der Person. Habe ich die feste Erwartung, dass ich in den Betriebsrat gewählt werde und eine andere Person macht das Rennen, dann bin ich unglücklich. Und an dieser Stelle komme ich selbst ins Spiel, denn wer hat die Kontrolle über meine Erwartungen?

In unserer Zeit sind die Erwartungen so hoch, dass wir alle nur scheitern können. Filmstars, Prominente und andere Influencer bestimmen die Norm. Und das, obwohl wir alle wissen, dass dort mächtig getürkt wird, mit Schminke, Schönheitsoperationen und Bildbearbeitung. Trotzdem vergleichen wir uns damit und erwarten, dass auch wir diesem Bild genügen. Das werden wir aber nie schaffen und damit ist die Erwartung an uns selbst  eine bittere Falle. Wir können nur verlieren. Setzen wir uns ein realistisches Ziel, dann haben wir die Freude zu erleben, wie wir es erreichen. Das bringt Glück.

 

100% Glück und Zufriedenheit im Job?

Gibt es das, und wenn ja, wo kann ich das buchen?  Wenn ich auf mein eigenes Arbeitsleben zurückschaue,  ist meine Meinung dazu klar: nein, diese 100% scheinen mir eine Illusion zu sein. Und ich hatte den für mich passenden Job, der mir viel Zufriedenheit, Freude, manche Erkenntnisse und auch Überraschungen gebracht hat, meist positive aber manchmal auch negative. Vielleicht ist es ja genau das, dieses Auf und Ab, was ich gebraucht habe. Hätte ich sonst das überwiegend Gute überhaupt als solches empfunden, wenn ich nicht auch gesehen und gefühlt hätte, dass etwas auch mal total schief geht?  Als Beispiele kann ich zwei Kündigungen anführen: bei der ersten mochte ich nicht mehr weiter für das Unternehmen arbeiten, weil sich die Kultur geändert hatte. Die zweite Kündigung habe ich zu meiner Überraschung bekommen, weil ich nicht mehr ins Konzept des Eigentümers passte. Und ganz sicher gab es auch ein paar Dinge, die ich gar nicht gerne gemacht habe, z.B. Reisekostenabrechnungen. In meinen Augen ist das die reinste Zeitverschwendung: für mich, für den der sie kontrolliert und damit doppelt fürs Unternehmen. Und das alles, weil das Finanzamt das auf den Cent genau haben will, aber selbst keine Arbeit damit hat. Was für eine Ineffizienz, aber ich schweife ab.

Läuft alles immer top, dann hätte ich mich daran gewöhnt und das als normal empfunden. Ich hätte wohl nicht mehr gemerkt, wie gut es war.  Weil auch etwas schief ging, war ich aufmerksamer und damit hatte ich auch gleich wieder mehr Freude an dem, was ich gearbeitet habe. Wieviel % Zufriedenheit hast Du, schätz mal?

©2024 Clemens Bleyl
Impressum Datenschutz